Gebäude der früheren Münzstätte mit Wandrelief eines Münzschlägers

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Ziegenmarkt 3
18055 Rostock

Der Bau des Hauses am Ziegenmarkt wird mit der Zeit um 1500 angegeben. Es gab aber an dieser Stelle bereits einen Vorgängerbau, der seit 1394 als Münzstätte belegt ist. Zur historischen Einordnung ist anzumerken, dass die Hansestadt Rostock bereits 1325 von Heinrich II. das Münzrecht (zeitweise Mitglied im Wendischen Münzverein norddeutscher Hansestädte) und 1358 die volle Gerichtsbarkeit erhalten hatte. Mit gut 14.000 Einwohnern zählte sie um 1410 zu den größten Städten in Norddeutschland – schaffte jedoch nicht den Schritt, freie Reichsstadt zu werden. 

Aber zurück zum Gebäude der alten Münze: 1620 wurde der Backsteinbau verputzt und mit Renaissanceschmuck versehen. Dazu gehört auch das Relief des Münzschlägers an der rechten Seite der Fassade. Münzen wurden an diesem Ort bis zur Märzrevolution 1848 geprägt – trotz der immer wieder aufflammenden Konflikte zwischen Stadt und den Herzögen von Mecklenburg-Schwerin (1702 wurde Rostock Residenz) oder der kriegerischen Übergriffen zuerst dänischer und schwedischer, später dann französischer Truppen.

„Im Grundregister der Stadt Rostock ist das Haus als Münze mit Haus und Bude verzeichnet. … Besonders älteren Rostockern wird noch die Alte Münze ein Begriff sein. Unter diesem Namen betrieb der Konditor Alphons Herbst, der auch in Warnemünde ein Geschäft führte, seit 1928 eine gut gehende Konditorei, die sich allgemeiner Beliebtheit erfreute. Das Café gab es noch bis zum Anfang der 1990er Jahre. 1993 wurde das Haus zu einer Bankfiliale umgebaut“ (Quelle: mv-terra-incognita.de)

Textauswahl: Schmidt & Sturm, Erfurter Münzfreunde e.V.