Museum im Steintor Anklam
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Schulstraße 1, D
17389 Anklam
Tel.: +49 3971 245503
Öffnungszeiten Mai – September:
Dienstag bis Freitag 10:00 – 17:00 Uhr
Samstag, Sonntag und an Feiertagen 13:00 – 17:00 Uhr
Öffnungszeiten Oktober – April:
Mittwoch bis Freitag: 11:00 – 15:30 Uhr
Samstag, Sonntag und an Feiertagen 13:00 – 15:30 Uhr
Das Museum im Steintor ist das älteste Museum in Vorpommern zwischen Greifswald und Stettin. Es befindet sich im mit 32 Metern höchsten Stadttor der Backsteingotik in Pommern. Hier sind Geschichte und Geschichten rund um die Hansestadt Anklam und die Peenetalregion zu finden.
Eine Geschichte widmet sich dem sogenannten Anklamer Münzschatz. Dieser gilt als bedeutendster archäologischer Hortfund in Pommern aus der Zeit des 30-jährigen Krieges. Sein Versteck wurde 1995 beim Freilegen eines spätgotischen Kellers in der Wollweberstraße entdeckt. Der Hort umfasst 2.579 Münzen, eine Reihe von silbernen und goldenen Schmuck- und Gebrauchsgegenständen sowie Gewandapplikationen und Anhänger für Zunftpokale. Gravierte Silberlöffel lassen sogar Rückschlüsse auf einen früheren Besitzer, ein Mitglied der Anklamer Brauzunft, zu. Die sogenannte „Schlussmünze“, also die jüngste Münze des Fundes trägt das Prägedatum 1629. Die Zerstörung des Hauses, in dem wohlhabende Bürger gemeinsam einen Teil ihres Eigentums verbargen oder auch ein Plünderer sein Diebesgut verbarg, ist für das Jahr 1637 belegt. All dies verweist auf eine Zeit der wechselnden Besetzung und Zerstörung der Stadt im 30-jährigen Krieg (ausführlicher hier).
Dieser Hortfund befindet sich als Dauerleihgabe des Landesamts für Kultur- und Denkmalpflege in der Dauerausstellung des Anklamer Museums.
Eine andere im Museum zu erkundende Geschichte ist die des Anklamer Geldscheißers. „Geldscheißer”, „Dukatenkacker” oder auch „Heckmännchen” erfreuten sich in vergangenen Zeiten großer Beliebtheit. Zumindest taucht der Kobold seit dem Spätmittelalter in der europäischen Sagenliteratur auf und auch als Architekturdetail wie zum Beispiel in Goslar oder Stade. Spätestens ab dem 19. Jahrhundert gab es die Männchen dann auch als Massenware, die sich jeder leisten konnte. Als Scherzartikel oder Glücksbringer verband sich mit ihnen wohl die Hoffnung, dass er Geld ins Haus bringt – auf welche Art und Weise auch immer.
Die im Museum präsentierte kleine Tonfigur wurde 2015 bei Abrissarbeiten an der Ostseite des Anklamer Marktes gefunden und hat seitdem für seine gut fünf Zentimeter Größe eine beachtliche Karriere hingelegt: Zunächst wurde er vom Landesamt für Kultur und Denkmalpflege zum Fund des Monats gekürt und ausführlich besprochen. Und zuletzt sind dem Männchen mit den Hosen runter einige Seiten im aktuellen Anklamer Heimatkalender gewidmet worden (Quellen: Kulturwerte-mv.de sowie die Website des Museum im Steintor).
Textauswahl: Schmidt & Sturm, Erfurter Münzfreunde e.V.








