Zürcher Staatsbank Leu im Alten Rathaus

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Limmatquai 55
8001 Zürich

Das alte Zürcher Rathaus ist Geburtsort und erste Betriebsstelle der Bank Leu, die im 18. Jahrhundert zu den wichtigsten Kreditgebern Europas gehörte.

Am 11. Februar 1754 beschloss der Große Rat der Stadt Zürich, eine Kommission einzurichten, deren Aufgabe es sein sollte, profitable Anlagen für die Zürcher Bürger ausfindig zu machen. Zum ständigen Präsidenten der Zinskommission wurde der Säckelmeister Johann Jakob Leu (1689-1768) gewählt. Auch wenn die Kommission wie eine unabhängige und private Firma agierte, übernahm Zürich die Garantie für Leu & Companie. Das drückte sich eben auch durch die Wahl des Amtslokals, des Rathauses, aus. Es blieb bis 1833 das Quartier von Leu.

Der Zürcher Staatsschatz stellte ein Kapital von 50.000 Gulden zur Verfügung. Dazu kamen privat Anlagen. In der Anfangszeit konnten Zürcher Bürger nur zweimal im Jahr Geld deponieren. Doch bereits 1771 war die Zinskommission bzw. Leu in der Lage, das städtische Startkapital aus dem Gewinn zurückzahlen, den er gemacht hatte.

Leu legte das Geld auf dem internationalen Kapitalmarkt an, darunter auch den Staatsschatz mit rund drei Millionen Gulden. Ende des 18. Jahrhunderts bezog Zürich rund ein Viertel der Staatseinnahmen aus Kapitalerträgen.

Könige und Königinnen gehörten zu den Schuldnern der Zürcher Bürger. 1758 gab Leu z. B. Maria Theresia einen Kredit in Höhe von 30.000 Gulden. Besonders häufig kamen die französischen Könige und baten um Geld, so dass Leu durch die Französische Revolution ein Drittel seiner Einnahmen verlor.

Die Zürcher Zinskommission wurde zur Wurzel der berühmten Bank Leu, deren Numismatische Abteilung in den 1970er Jahren unter Leo Mildenberg den internationalen Münzmarkt beherrschte.